Die Craniosakrale Osteopathie ist eine behutsame, nicht-invasive, körperorientierte, manuelle Behandlungsmethode. Durch achtsame und fein dosierte Berührungen können Spannungen im Körper wahrgenommen und die natürlichen Selbstregulationskräfte unterstützt werden. Ausgehend von der Osteopathie wurde sie maßgeblich von dem amerikanischen Osteopathen Dr. John E. Upleger entwickelt.
Im Mittelpunkt steht dabei das Craniosakrale System. Der Begriff verweist auf eine Verbindung zwischen Schädel (Cranium) und Kreuzbein (Sacrum). Diese Strukturen sind eng mit der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) verbunden und nähren, bewegen und schützen das zentrale Nervensystem. Der Liquor breitet sich über einen pulsierenden Rhythmus über das Bindegewebe im Körper aus und kann so überall tastbar sein.
Die Craniosakrale Osteopathie wird häufig eingesetzt, um das vegetative Nervensystem in seiner Regulation zu unterstützen. Ziel ist es, das innere Gleichgewicht zu fördern und sowohl körperliche als auch emotionale Anspannungen zu reduzieren. Dadurch entwickelt sich häufig ein Gefühl von Ruhe, Sicherheit und Wohlbefinden entwickeln. Auch nach belastenden Lebensereignissen oder emotional herausfordernden Erfahrungen hilft die Craniosakrale Osteopathie die Stabilität wieder aufzubauen.
Häufige Fragen zur Craniosakrale Osteopathie / Craniosakrale Therapie
Was ist mit Craniosakralem Rhythmus gemeint?
Gemeint ist ein sehr feines Pulsieren der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit. Praktizierende richten ihre Aufmerksamkeit auf die Qualität dieser rhythmischen Bewegungen und wirken positiv auf ihn ein.
Wie läuft eine Sitzung typischerweise ab?
Nach dem Erstgespräch beginnt die Behandlung in entspannt auf einer bequemen Behandlungsliege. Während der Behandlung bleiben Sie bekleidet.
Mit behutsamen manuellen Techniken unterstützt die Therapeutin den Körper dabei, Spannungen wahrzunehmen und die körpereigene Regulation zu aktivieren. Funktionsstörungen, Spannungen oder Veränderungen im Körper können den Cranio-Rhythmus stören und zu unterschiedlichen Beschwerden führen, sowohl körperlich als auch emotional.
Meist dauert eine Sitzung etwa 60 bis 90 Minuten; bei Kindern wird sie häufig kürzer gehalten, wobei die Eltern im Behandlungsraum bleiben.
Was passiert während der Behandlung?
Mit gezielten, achtsamen Berührungen erspürt die Therapeutin die Unregelmäßigkeiten im Liquor-Rhythmus der Patient:innen. Durch sanfte Impulse werden diese ausgeglichen, um die Selbstregulation des Körpers zu unterstützen und somit das Nervensystem zu beruhigen.
Im Anschluss berichten Patient:innen oft, sie seien entspannter und fühlten sich energiereicher und lebendiger.
Wie ist der Behandlungsrhythmus?
Je nach Beschwerdebild können wöchentliche oder monatliche Abstände zwischen den Terminen sinnvoll sein. Gemeinsam wird ein Behandlungsplan erstellt, der zu Ihrer persönlichen Situation passt.
Tut die Behandlung weh?
In der Regel nicht. Die Behandlung erfolgt mit sehr sanften Berührungen und wird von den meisten Menschen als angenehm und entspannend empfunden.
Selten kommt es zu einer Erstverschlimmerung der Beschwerden, die nach kurzer Zeit wieder abklingen.
Für wen ist die Methode gedacht?
Die Craniosakrale Osteopathie eignet sich für Menschen jeden Alters und in allen Lebensphasen, in unserer Praxis vom Schulkind bis ins hohe Alter.
Bei welchen Beschwerden oder Situationen wird sie eingesetzt?
Anwendungsbereiche sind akute wie chronische Beschwerden:
- zur Schmerzbewältigung, z. B. bei Tinnitus, Migräne sowie Gelenk-, Muskel-, Kopf- und Rückenschmerzen
- zur Stabilisierung nach körperlichen Verletzungen oder emotionalen Traumata
- zur Erholung und tiefen Regeneration bei Stress und Erschöpfung, Long- und Post-Covid
- zur Unterstützung in belastenden Lebenssituationen, Schlafstörungen
- zur Behandlung psychosomatischer Beschwerden, z. B. depressive Zustände, Ängste
- zur Harmonisierung bei Hyperaktivität und Konzentrationsschwäche oder auch bei Hormonunregelmäßigkeiten
- zur Unterstützung der Frauengesundheit wie Kinderwunsch, Mensis-Unregelmäßigkeiten, Wechseljahrbeschwerden
Gibt es Fälle, in denen Vorsicht geboten ist?
Ja. Beispielsweise bei Notfällen, bestimmten Tumoren, akuten Entzündungen. Dazu gehört auch eine Erkältung oder ein Magendarminfekt. Vor einer Behandlung wird das stets abgeklärt und wir weisen darauf hin, dass die Methode nicht ratsam ist oder besonderer Erfahrung bedarf.